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Mutterpass

Hätten Sie´s gewusst? Der deutsche Mutterpass zählt zu den besten weltweit. Er dient in erster Linie dem behandelnden Arzt und enthält alle wichtigen Daten, die in den medizinischen Untersuchungen festgestellt werden. Die wichtigsten Angaben sind im Notfall auch für Ärzte in anderen Ländern problemlos zu verstehen – Sie sollten ihn daher immer bei sich tragen und vor allem in einen Urlaub mitnehmen.

Er ist für Ihre Gesundheit und die Ihres Kindes ein unentbehrliches Dokument. Ihr Arzt wird Ihnen sicherlich alle Ihre Fragen zum Mutterpass beantworten. Damit Sie den Mutterpass besser verstehen, sollten Sie wissen, was die medizinischen Fachausdrücke und Fremdwörter bedeuten:

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Serologische Untersuchung Das sind alle Blutuntersuchungen mit der Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors (Rh).
Antikörpersuchtest Beim Antikörpersuchtest wird festgestellt, ob sich im Blut der Schwangeren keine Antikörper oder natürliche Antikörper gegen Antigene fremder roter Blutkörperchen finden.
Röteln-Antikörpertest Damit wird festgestellt, ob die Mutter schon eine Rötelnerkrankung hinter sich hat. Bei positivem Titer bzw. die Bestätigung der nachgewiesenen Immunität durch das Labor (Angabe im Mutterpass zwingend), besteht keine Gefahr, sich im Verlauf der Schwangerschaft mit Röteln-Viren zu infizieren und dadurch beim Kind schwere Fehlbildungen bzw. Schädigungen auszulösen.

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Chlamydientest

Nachweis von Chlamydie trachomatis-Antigen. Anhand einer Urinprobe kann festgestellt werden, ob eine Chlamydien-Infektion bei der Mutter vorliegt.

LSR Das bedeutet Lues-Such-Reaktion und ist die Untersuchung auf die bakteriellen Erreger der Syphilis im mütterlichen Blut.

Antikörper-Suchtest-Kontrolle

Damit wird festgestellt, ob die Mutter schon eine Rötelnerkrankung hinter sich hat. Bei positivem Titer bzw. die Bestätigung der nachgewiesenen Immunität durch das Labor (Angabe im Mutterpass zwingend), besteht keine Gefahr, sich im Verlauf der Schwangerschaft mit Röteln-Viren zu infizieren und dadurch beim Kind schwere Fehlbildungen bzw. Schädigungen auszulösen.

HBS-Antigen-Test Fahndung nach Hepatitis B-Viren im Blut der Mutter. Der Test wird ab der 32. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

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HIV

HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) heißt der Erreger, der die Krankheit AIDS (acquired immunodeficiency syndrome) verursacht. Bei der Geburt kann das Virus von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Ein HIV-Antikörpertest kann sinnvoll sein, um festzustellen, ob ein Risiko besteht. Eine Infektion kann durch Schutzmaßnahmen vermieden werden. Der HIV-Antikörpertest – nach vorangegangenem Beratungsgespräch – wird nur mit Einverständnis der Mutter durchgeführt. Das Beratungsgespräch und die Durchführung des HIV-Antikörpertestes werden im Mutterpass dokumentiert. Das Ergebnis wird nicht eingetragen.

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Anamnese heißt Krankenvorgeschichte.
Gravida heißt die Schwangere und bezeichnet die Zahl der Schwangerschaften, wobei auch Fehlgeburten mitgezählt werden. Das Wort Pare (parere: gebären) gibt Auskunft darüber, wie viele Geburten schon stattgefunden haben.
Diabetes mellitus Erhöhte Blutzuckerkonzentration aufgrund relativem oder absolutem Insulinmangel (Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird).
Hypertonie hoher Blutdruck Genetische vererbbare Krankheit
ZNS Zentralnervensystem
Rhesus-Inkompatibilität Rhesus-Unverträglichkeit
Adipositas Fettsucht
Sterilitätsbehandlung Behandlung wegen Unfruchtbarkeit
Aborte Fehlgeburten
Post partum nach der Geburt
Sectio Kaiserschnitt
Uterusoperation Operation an der Gebärmutter

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Ovulationshemmer Anti-Baby-Pille
Konzeptionstermin Termin der Empfängnis
Dauermedikation Dauernde Einnahme von Medikamenten
Abusus Missbrauch (z. B. von Medikamenten)
Placenta praevia Die Plazenta liegt am Rande oder bedeckt den inneren Gebärmutterhals vollständig. In letztem Fall (Plazenta praevia totalis) ist eine natürliche (spontane) Geburt nicht möglich.
Hydramnion vermehrte Fruchtwassermenge
Oligohydramnie verminderte Fruchtwassermenge
Plazenta-Insuffizienz Mangelnde Funktion des Mutterkuchens (Nachgeburt), über den das Kind ernährt wird.
Isthmozervikale Insuffizienz Verschlussschwäche und mögliche Verkürzung des Gebärmutterhalses
Anämie Blutarmut
Harnwegsinfektion Entzündung der Blase und eventuell aufsteigend in das Nierenbecken.
Indirekter Coombstest positiv Der Antikörpersuchtest ist positiv ausgefallen, d. h. man hat Antikörper gefunden.
Ödeme Ansammlung von Wasser im Gewebe
Hypertonie erhöhter Blutdruck (über 140/90)
Hypotonie niedriger Blutdruck
Gestationsdiabetes Eine in der Schwangerschaft auftretende Zuckerkrankheit.
Einstellungs-Anomalie

abweichende Kindslage am Ende der Schwangerschaft

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Gravidogramm Tabellarische Übersicht des Schwangerschaftsverlaufes.
Fundusstand Höhenstand der Gebärmutter über dem knöchernen Becken.
Varikosis Krampfaderbildung
RR systolisch/diastolisch oberer/unterer Blutdruck
Hb (ERY) Blutfarbstoff (Hämoglobin) und Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten).
Sediment Untersuchung des Urins durch Zentri­fugieren.
Vaginale Untersuchung Untersuchung durch die Scheide

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Cardiotokographischer Befund Auskunft über die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit.

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Ultraschalldiagnostik Untersuchung mit Ultraschall (auch Sonographie genannt).

 

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BIP – biparietaler Kopfdurchmesser Kopfdurchmesser von Scheitelbein zu Scheitelbein gemessen
ADT – abdomino-transversaler Durchmesser Körper-Quer-Durchmesser
US-Screening Es werden drei Untersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt. Beim zweiten Ultraschall in der 19.–22. SSW ist auch die Untersuchung auf möglichen Organveränderungen des Ungeborenen vorgegeben (siehe Mutterpass). Dieser Untersuchung muss die Schwangere ausdrücklich zustimmen bzw. der Untersuchung vorher widersprechen (Recht auf Nichtwissen).

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Apgar-Zahl Danach wird die Lebensfrische des Babys unmittelbar nach der Geburt, nach 2, 5 und noch einmal nach 10 Minuten bewertet. Beurteilt werden Bewegungen, Atemtätigkeit, Reflexe, Herzschlag und Hautfarbe.
ph-Wert Auskunft über den Säuregrad des Blutes in der Nabelarterie.
Anti-D-Prophylaxe

Bei Rh-Negativität der Mutter ist in der 28. SSW eine aktive „Impfung“ mit entsprechenden Antikörper vorgesehen.